In diesem Jahr hat das bierige Spektakel mit internationalen und trinkfreudigen Gästen auch eine kulturhistorische Komponente.
Zum 200. Jubiläum des Oktoberfests hat die Stadt München auf dem Südteil der Theresienwiese eine historische Wiesn mit einem umfangreichen Programm organisiert, die an alte Oktoberfestzeiten erinnern soll.
Die „historische Wiesn“ findet einmalig zum 200. Jubiläum des Oktoberfests statt. Es wird ein historisches Festzelt im traditionellen Stil geben, das besonders familienfreundlich sein soll. Ein Kulturzelt sorgt für Unterhaltung, ebenso wie zahlreiche historische Karusselle und die täglichen Pferderennen. In einem Tierzelt können verschiedene Haus- und Nutztiere besichtigt werden, im Museumszelt historische Wiesn-Objekte. Musikkapellen, Schuhplattler und Goaslschnoitzer sorgen für bayerische Atmosphäre.
Öffnungszeiten
Das historische Oktoberfest startet bereits einen Tag vor der restlichen Wiesn am Freitag, 17. September 2010. Es ist täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr geöffnet und schließt somit bereits vor den Zelten der restlichen Wiesn.
Pferderennen
Auf dem großen Ring, der Pferderennbahn des historischen Oktoberfests, wird täglich ein umfangreiches Programm geboten. Auf der Tribüne, von der aus auch die Rennen beobachtet werden können, haben 1063 Personen Platz. Täglich um 11 Uhr und 16 Uhr eröffnet ein Festzug von Musikkapellen, Gebirgsschützen, Volkstrachten, Tänzern, Schuhplattlern und Schnoizern das Programm.
Ab etwa 11.45 Uhr bzw. 16.45 Uhr werden dann Kaltblut- und Haflingerpferde Einblicke in den landwirtschaftlichen Alltag von anno dazumal geben. Auch historische Landwirtschaftgeräte werden hier vorgeführt. Besonders interessant ist die Vorführung eines ungarischen Jagdwagens, römischer Kampfwägen sowie verschiedener Gespänne, die Slalom fahren.
Den täglichen Höhepunkt stellt das Pferderennen mit bayerischen Pferderassen um jeweils 13 Uhr und 18 Uhr dar.
Das Herzkasperl-Festzelt
Das Herzkasperl-Festzelt ist das Kulturzelt des historischen Oktoberfests. Hier wird bayerische Lebenslust in zahlreichen Darbietungen zelebriert. Innen wird es zwei Bühnen und Platz für 864 Personen geben, außen im Biergarten, wo 880 Menschen Platz finden können, wird eine weitere Bühne sein. Es wird ein Vormittags- und ein Nachmittagsprogramm geben. Vormittags unterhalten Künstler aus den Bereichen Literatur, Kabarett, Theater und Performance, nachmittags sorgen Darbietungen von junger Volksmusik und Tanz für gute Laune.
Das Programm wird bunt und abwechslungsreich. Zu sehen sein wird alles von der Chansonette Gisa Flake über Schauspieler wie Gerd Lohmeyer und die politisch-satirische Blasmusikkapelle Biermösl Blosn bis hin zu Hip-Hop von Creme Fresh oder der Schlachthofbronx. Das Herzkasperl-Festzelt wird auch seinen eigenen Wiesn-Hit prämieren.
Der Wirt des Kulturzelts ist Beppi Bachmaier, Wirt der beliebten Münchner Traditionsgaststätte Frauenhofer, in der immer wieder zeitgenössische, volkstümliche Unterhaltung geboten wird. Mit dem Namen Herzkasperl wird an den 2009 verstorbenen Münchner Volksschauspieler Jörg Hube erinnert, dessen Paraderolle jahrelang der Herzkasperl war
Das historische Festzelt
Im Zentrum des historischen Oktoberfestes steht das historische Festzelt, das ganz urig und familienfreundlich an die „guten alten Zeiten“ erinnern soll. Das Zelt bietet innen Platz für 3500 Gäste und im Biergarten 3000 weitere Plätze.
Beim Schmuck wird man auf bunte, neumodische Dekoration verzichten, stattdessen sollen Girlanden in Tannengrün eine traditionell-bayrische Festzelt-Atmosphäre schaffen. Auf dem Dachgiebel des Zeltes werden König Ludwig I. und Therese von Sachsen-Hildburghausen zu sehen sein, um an die Hochzeit vor 200 Jahren zu erinnern.
Für eine zünftige Stimmung im Zelt sorgt das bayerische Blasorchester Wolfgang Grünbauer. Außerdem wird es in der Mitte des Festzeltes einen Tanzboden geben, wo Volkstänze, Schuhplatteln und Goaslschnalzen aufgeführt werden. Nur auf der historischen Wiesn gibt es auch ein eigenes Jubiläumsbier, das die sechs Münchner Traditionsbrauerein Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spatenbräu gemeinsam entwickelt haben. Das Spezialbier ist bernsteinfarben und hat einen vollmundigen Malzgeschmack. Es wird aus großen Holzfässern gezapft und ganz wie vor 200 Jahren in echten Steinkrügen serviert. Die Maß mit dem etwas süßerem und dunklerem Bier kostet hier 8,80€.
Auch die Speisekarte im historischen Festzelt bietet traditionelle Münchner Speisen, wie bespielsweise Rumfordsuppe oder Stockwürst. Im Limogarten, wo sich die großen und kleinen Kinder mit selbstgemachter Limonade erfrischen können, wird es auch eine Lohnwürstelbraterei geben. Hier können ganz wie in alten Zeiten Würstel mitgebracht und gegen Gebühr gegrillt werden. Wer sich lieber eine kaufen möchte, kann dies natürlich auch tun.

Bierpapst Conrad Seidl:






